5 Schritte zu einer gelungenen Museumsführung


Kulturvermittlung / Donnerstag, Januar 16th, 2014

Vor einiger Zeit war ich mit einer Gruppe Studierender der Generationen-Akademie für einen Workshop im Museum für Angewandte Kunst in Köln.  Der Gruppe hatte ich vorgeschlagen, dass wir neben museumspädagogischen Methoden ein kleines Präsentationstraining einbauen. Zu diesem Zwecke habe ich die aus meiner Sicht fünf wichtigsten Schritte zu einer gelungenen Museumsführung niedergeschrieben, die vielleicht auch für meine Leser hier von Interesse sind.

Wer sich ein bisschen mehr einarbeiten möchte, den schicke ich gerne rüber zur KuBi Academy. Dort habe ich einen Selbstlernkurs dazu gemacht, wie man lebendige Führungen entwickelt. https://kubiacademy.de/courses/lebendige-touren-und-fuehrungen-gestalten/

Eine gute Vorbereitung ist alles! Und zwar nicht nur, was die kunsthistorischen oder sonstigen Fakten angeht. Sondern auch die rhetorische Gestaltung der Führung sollte geplant werden. Es gibt gewiss Naturtalente auf diesem Gebiet. Aber es schadet nichts, wenn man sich mal bewusster damit auseinandersetzt, was man wann wie zu wem sagen möchte. Eine schöne Anregung für das Vorgehen liefern die schon in der Antike festgelegten Schritte einzelner Produktionsstadien einer Rede.

1.    Botschaft

Eine Sache sollten Sie sich immer fragen, wenn Sie eine Museumsführung vorbereiten. Welche Botschaft möchte ich vermitteln?  Denn wenn man die Menschen erreichen möchte, braucht man eine solche. Nur so verankert man das Wissen nachhaltig beim Zuhörer.

Überlegen Sie sich also, was die Besucher Ihrer Museumsführung mitnehmen sollen! Worauf sollte ihre Führung abzielen? Woran soll der Besucher sich erinnern? Idealerweise ist das ein klar umrissenener Inhalt. Möglicherweise wollen Sie sie auch zu einer Handlung auffordern? Sicher sollen alle Teilnehmer der Führung Fans des Museums werden. Und möglichst häufig wiederkommen.

Die Botschaft sollte man innerhalb des in der Lerntheorie so eingängig formulierten magischen Dreiecks entwickeln. Das habe ich hier für die Museumspädagogik ein wenig modifiziert. Um möglichen Einwänden vorzubeugen: über allem steht natürlich der museumspädagogische Vermittlungsauftrag und im Zentrum aller Bemühungen steht das Kunstwerk, das Artefakt, das Museumsobjekt. Dass sich darum selbstverständlich auch so komplexe Fragen wie die didaktische Reduktion wissenschaftlicher Forschungen oder Ähnliches drehen, ist ein anderes Thema, welches ich gerne ein anderes Mal zur Diskussion stellen will.

Wohlfühlzone
Bei der Überlegung zu einer Kernaussage, die man der Führung voranstellen kann, sollte man also die drei Aspekte des magischen Dreiecks bedenken. Zunächst ist man als Vermittler der Botschaft eines Museums, einer Sonderausstellung in der Verantwortung. Es gilt das Ausstellungskonzept herauszuarbeiten oder das Ziel des Kurators zu erläutern, welches dieser mit seiner Präsentation erreichen möchte.

Wichtig ist aber auch, die Bedürfnissen der Museumsbesucher im Blick zu haben. Möchten sie unterhalten werden, soziale Kontakte pflegen oder einfach nur Input für den nächsten Smalltalk erhalten. Das sind alles legitime Bedürfnisse. Man muss hier sicherlich unterschieden zwischen Gruppen, die aus eigenem Antrieb kommen und z.B. den Schulklassen, die im schulischen Zusammenhang ins Museum geschickt werden. Jede Zielgruppe hat ihre eigenen Rahmenbedingungen. Je mehr man über die Teilnehmer der Führung weiß, umso besser kann man seine Botschaft auch auf ihre Bedürfnisse ausrichten. Es gehört leider zum museumspädagogischen Alltag, dass man in der Regel nur einen relativ kurzen Kontakt hat und nicht allzu viele Fakten über die Besucher sammeln kann. Im Laufe der Zeit entwickelt man jedoch ein Gespür für Zielgruppen.

Als Vermittler ist man mit seiner spezifischen Kompetenz natürlich auch ein wichtiger Faktor, den man in die Botschaft einbeziehen sollte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer honoriert wird, wenn man hier das persönliche Engagement, die eigene Einstellung und das individuelle Profil in die Präsentation einbringt. Suchen Sie den Aspekt heraus, der Sie auch persönlich am meisten interessieren würde!

Für die Botschaft reichen maximal 3 Sätze aus, die die Kernaussage umreißen. Darin können Sie den Teilnehmern auch mitteilen, was sie zu erwarten haben. So fühlen sich diese sich sicher und können sich auf das Kommende einlassen. Da darf dann aber auch ruhig die ein oder andere Überraschung dabei sein.

Heute geht es um die Expressionistische Bewegung in Deutschland. Ich möchte Ihnen die Situation der Künstlergeneration zwischen den beiden Weltkriegen verdeutlichen. Und mit Ihnen eine Zeitreise in schwierige wie aufregende Zeiten unternehmen.

Jugendstil,  Art Nouveau, Art déco. Es schwirren viele Begriffe für den Stil zur Jahrhundertwende durch die Kunstgeschichte. Heute geht es darum, dies alles einmal zu sortieren und die Entwicklung von den Anfängen an zu betrachten!“

Pablo Picasso gilt als Jahrhundertkünstler. Ist diese Einschätzung berechtigt und wenn ja, was machte ihn zu so einer Ausnahme? Heute stelle ich Ihnen die wichtigsten Phasen seiner Karriere vor.

Drei Sätze kann sich der Besucher dann merken und er wird sich später auch immer wieder daran erinnern. Besonders wenn Sie an diese Botschaft am Ende der Führung noch einmal erinnern (denn zumeist behält der Zuhörer das, was zuletzt gesagt wurde, am nachhaltigsten!)

2.    Aufbau

Ich halte es für äußerst wichtig, sich eine Dramaturgie, eine gelungene Inszenierung seiner Führung zu überlegen. Meist ist der Gang durch eine Ausstellung bereits vorgeplant. Kluge Kuratoren machen das mit einigem psychologischen Geschick. Allerdings zielt dies meist auf den Einzelbesucher ab. Deshalb sollte man sich für Gruppenführungen seinen eigenen Fahrplan überlegen. Dabei spielt durchaus auch eine Rolle, vor welchen Exponaten man sich am besten mit einer Gruppe platzieren kann.

Jede Führung sollte mit einem „Hook“ beginnen. Einer Art Köder, mit dem man die Teilnehmer in eine Geschichte hineinzieht. Idealerweise rührt dieser die emotionale Befindlichkeit der Zuhörenden an. Sie werden mir sicher zustimmen, dass der Beginn einer Präsentation und einer Führung der entscheidende Moment ist. Hier kommt es darauf an, die Gruppe auf sich einzuschwören. Ich persönlich liebe literarische Zitate, die das Thema gleich auf eine besondere Weise atmosphärisch einführen. Überraschungen sind immer gut, denn es gibt nichts Besseres, als Erwartungshaltungen zu durchkreuzen. In solchen Momenten können Sie sich der ungeteilten Aufmerksamkeit sicher sein. Aber Vorsicht: nicht rhetorischen Zierrat um seiner selbst willen einsetzen. Es muss sich letzten Endes immer alles nahtlos an das eigentliche Vermittlungsziel anbinden lassen.

Für den Rundgang sollten Sie Exponate wählen, mit denen man eine fortlaufende Geschichte erzählen kann. Stellen Sie nicht ein Exponat inselhaft neben das andere. Sondern suchen Sie etwas heraus, was man miteinander verbinden kann, was sich aufeinander bezieht oder einen spannenden Kontrast deutlich macht. Zu den Geschichten gibt es gleich noch mehr zu sagen.

Ende gut, alles gut
Da die Verabschiedung einen besonders wichtigen Stellenwert innerhalb einer Führung einnimmt, sollte man sich das Highlight bis zum Schluss aufheben und ein herausstechendes Exponat an das Ende des Rundganges setzen. Entlassen Sie Ihre Gruppe mit ihrer Botschaft – und am besten noch einem kleinen Hinweis auf etwas, was die Teilnehmer aus der Führung in ihren Alltag mitnehmen können. Einen Gedanken. Die Erinnerung an ihr Lieblingsobjekt. Oder einfach nur die Einladung, bald wiederzukommen.

3.    Feinschliff

Jetzt geht es an die Ausarbeitung der eigentlichen Rede. Will heißen, überlegen Sie sich einzelne Kniffe, mit denen Sie die Führung zu einem unterhaltsamen und nachhaltigen Erlebnis werden lassen. Das soll aber auf keinen Fall bedeuten, dass Sie sich nicht auch auf spontane Eingebungen verlassen sollen. Die sind wichtig und mit Authentizität können Sie immer punkten. Aber es schadet auch überhaupt nicht, wenn man sich bei der Vorbereitung einige wichtige Dinge vergegenwärtigt.

„Das kommt mir bekannt vor …“
Wie zum Beispiel die Tatsache, dass es gut ist, wenn Neues und Bekanntes ein ausgewogenes Verhältnis eingehen. Knüpfen Sie an Vorwissen an, von dem Sie ausgehen können, dass dieses in der Gruppe vorhanden ist. Besonders gut funktionieren kleine Verbindungen zu der Lebenswelt der Besucher. Erzeugen Sie hier Bilder, die zu Vergleichen mit den Museumsobjekten anregen können.

Der leider oft gehörte Satz bei Führungen „Wie Sie ja alle wissen …“ sollte allerdings tabu sein! Denn meist folgt dann ein Detail, das mitnichten alle wissen können. Der Satz ist eine Verlegenheitsfloskel. Also streichen Sie ihn aus dem Sprachgebrauch!!!

Flechten Sie lieber begeisternde Sätze ein, die aus der eigenen Perspektive berichten. „Ich finde es unglaublich spannend, zu sehen, wie das alles zusammenhängt!“ „Seit ich das weiß, bin ich noch mehr von der Qualität dieses Bildes überzeugt!“

In vielen rhetorischen Schulungen wird man Ihnen beibringen, wie wichtig Humor ist! Das stimmt auch! Allerdings muss man mit diesem Gewürz äußerst vorsichtig umgehen. Nie zu viel davon! Und gibt es etwas Peinlicheres, als wenn einem aus mehreren Augenpaaren ein „Nicht lustig““ entgegenblickt? Ich setze in  der Regel auf Anekdoten, die eine andere Perspektive auf das Thema erlauben. Das darf dann auch gerne etwas aus dem Alltag eines Museumspädagogen sein. Vielleicht gibt es eine skurrile Reaktion auf ein abstraktes Gemälde oder ein beeindruckendes Zitat eines Kindes beim Betrachten des Museumsobjektes. Schön sind natürlich auch Anekdoten über Künstler. Je nach Thema ist der Fundus mal mehr mal weniger ergiebig. Aber wenn man gezielt nach etwas sucht, hat man oft Erfolg.

Mit Speck fängt man Mäuse oder man wird Ihre Geschichten lieben!
Wie Sie ja wissen … nein, Scherz … Über Emotionen lassen sich Fakten am allerbesten verankern. Und das beste Mittel, emotionale Momente zu erzeugen, ist es, Geschichten zu erzählen. Das Erinnerungsvermögen des Menschen ist eng an das Hören von Geschichten gekoppelt. Das ist seine archetypische Bedingtheit.

Museumsobjekte erzählen jedes für sich schon eine komplexe Geschichte. Die Herausforderung bei einer erfolgreichen Führung ist es, aus diesen vielen Geschichten genau das heraus zu  filtern, was sich mit dem legendären roten Faden zu einer neuen Geschichte verknüpfen lässt. Dabei ist es wichtig, sich bei den einzelnen Stationen auf die Details zu beschränken, die sich schlüssig zu einer neuen Geschichte verbinden lassen. Warum also nicht einmal eine Farbe zum Hauptakteur einer solchen Geschichte erheben? Oder vielleicht einzelne Figuren aus den Bildern zu Protagonisten werden lassen. Und haben Sie keine Angst davor, auch mal Details wegzulassen!

4.    Üben

Es geht nichts über freies Reden! Das sollte Standard bei Museumsführungen sein! Sich da an die vorher intensiv ausgearbeiteten Stationen einer Führung zu halten, ist eine große Herausforderung. Je mehr Zeit man für die Vorbereitung hat, umso besser!

Step by Step
Teilen Sie Ihre Inhalte in kleine Abschnitte. Am besten mit Stichworten versehen – dann gehen Sie wie auf einem Brettspiel von einem Thema zum anderen vor. Kreieren Sie inhaltliche Inseln – nicht mehr als 5. Das ist die magische Zahl, wenn es um die Gedächtnisleistung normal begabter Menschen geht. 5 Dinge kann man sich ohne Mühe merken. Und diese 5 Stationen sind ihre Rettung, sollten Sie innerhalb Ihrer Führung ins Stocken geraten. Wiederholen Sie diese Einzelschritte so lange, bis Sie sie auswendig können. Das gibt auch die Sicherheit vor dem ersten Auftritt!

5.    Vor der Gruppe

Wer vor einer Gruppe reden soll, fühlt sich wie auf einer Bühne. Das ist auch im kleinsten Rahmen so. Und deswegen schadet es auch nichts, wenn man sich ein paar Tricks von den Schauspielern abguckt. Ein entsprechendes Training ist eine hervorragende Investition! Aber auch das Feedback von Freunden und Familie ist hilfreich. Tragen sie ruhig vertrauten Menschen ihre Führung vor. Es schleifen sich bei jedem Menschen kleine Ticks ein, die nur jemand merkt, der einen von außen betrachtet. Und mit einem Hinweis darauf ist dann der erste Schritt zur Abstellung schon getan.

Worauf Sie noch achten sollten: stellen Sie sich möglichst immer mit dem Gesicht zur Gruppe! Im Idealfall kennen Sie das Museumsobjekt so gut, dass Sie nicht hinsehen müssen, um darüber zu sprechen. Falls nicht – einmal hinsehen und dann wieder zur Gruppe sprechen! Und wenn Sie einmal die Person rechts außen anblicken und mal diejenige, die links außen steht, dann schließen Sie immer die gesamte Gruppe in einen direkten Blick mit ein!

Ganz wichtig sind Pausen. Meist redet man zu schnell. Wenn man sich bewusst dazu zwingt, Pausen zu machen, dann kommt das prima hin! Bedenken Sie, dass die Informationen, die für Sie schon abgespeichert sind, beim Besucher ganz frisch sind!

Dass man seine Arme am besten auf der Höhe der Körpermitte halten (wirkt entspannt und angenehm auf das Publikum) und möglichst auf übertriebenes Herumfuchteln verzichten sollte, leuchtet jedem ein. Auch hier kann ich wiederholtes Üben vor neutralen Zuschauern sehr empfehlen.

Was Gestik und Mimik angeht, so gilt auch hier das Prinzip des sparsamen Würzens! Der erhobene Zeigefinger ist meine erklärte Hass-Geste!!

Wer gut steht, kommt gut an, ist meine Erfahrung! Also am besten nicht die Beine verknoten – auch Standbein/Spielbein ist zugunsten eines festen gleichmäßigen Stands  mit schulterbreit auseinanderstehenden Beinen zu vernachlässigen. Optimal!

Auch nach fast 30 Jahren Führungen in Museen, Ausstellungen, Messen und Kirchen habe ich immer noch das Gefühl, dass ich mich verbessern kann. Deswegen erlebe ich Fortbildungen im KollegInnenkreis immer als besonders gewinnbringend, bei denen man sich und seinen Stil überprüfen kann. In diesem Sinne würde es mich sehr freuen, wenn ich mit meinen 5 Schritten dem ein oder anderen eine kleine Motivationshilfe geben konnte.

13 Replies to “5 Schritte zu einer gelungenen Museumsführung”

  1. Herzlichen Dank, das sind super Tipps!
    Können Sie noch ein Beispiel für eine gelungene Verabschiedung geben?
    Darf man die Gruppe auffordern, zu klatschen?
    Viele Grüße

  2. Liebe Verena Böll,
    das freut mich, wenn die Tipps hilfreich sind.
    Ich würde nicht unbedingt zum Klatschen auffordern. Für die Verabschiedung kommt es darauf an, wie viel Zeit man dafür einplanen will. Man kann z.B. einen Appell an die Gruppe richten – sowas wie: erzählen Sie von dieser Ausstellung oder besser noch, kommen Sie wieder und bringen Freunde mit. Sowas in der Art. Wenn man es spielerischer machen möchte, kann man auch noch mal eine Blitzlicht-Runde machen und auffordern, dass jeder aus der Gruppe einen spontanen Satz zu dem gerade Gehörten sagen darf.
    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass es nicht gut wäre, zu sagen: Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Da würde man sich klein machen, wenn man für so eine Selbstverständlichkeit dankt. Aber ich sage das auch immer wieder gerne. Denn es wird im Allgemeinen als Startsignal für den Schlussapplaus gesehen!!!
    Viele Grüße
    Anke von Heyl

    1. Sehr geehrte Frau von Heyl,

      mir hat Ihre Grafik gut gefallen zur Visualisierung klassischer Führungssituationen. Wie würden Sie tweetups in Museen -die auch unter dem Stichwort Führung laufen, darstellen?

      Über eine Antwort würde ich mich freuen.

      Viele Grüsse
      Anette Rein

  3. Sehr geehrte Frau von Heyl,

    mir hat Ihre Grafik gut gefallen zur Visualisierung klassischer Führungssituationen. Wie würden Sie tweetups in Museen -die auch unter dem Stichwort Führung laufen, darstellen?

    Über eine Antwort würde ich mich freuen.

    Viele Grüsse
    Anette Rein

    1. Sehr geehrte Frau Rein,
      schön, dass Ihnen meine kleine Zeichnung gefallen hat.
      Tweetups sind ein besonderes Thema, in der Tat. Und ich halte es für gar keine gute Idee, wenn man die in Form einer „normalen“ Führung ablaufen lässt.
      Es gibt zwar die Idee einer Art „Presseführung“, bei der dann einflussreiche Twitterati die wichtigsten Aspekte einer Ausstellung in den digitalen Raum kommunizieren. Aber viel gewinnbringender ist doch, wenn man Angebote schafft für die Menschen, die ihre Erlebnisse gerne mit dem Smartphone dokumentieren. Und dies in Form von kreativen Impulsen, die eine selbständige Erkundung des Museums ermöglichen. Ich habe am Internationalen Museumstag 2014 ein entsprechendes Angebot für ein Tweetup im Museum Ludwig konzipiert, über das ich hier berichtet habe.
      http://herbergsmuetter.de/kreative-twitter-erlebnisreise-zum-internationalen-museumstag/
      Vielleicht beantwortet das zum Teil Ihre Frage?
      Was ist Ihre Meinung zum Thema „Tweetup“? Haben Sie schon einmal an einem teilgenommen?

        1. Liebe Frau Rein,
          ein sehr spannender Artikel. Mir gefällt auch die Definition von Museum als „Anders Ort“ – vor allem, wenn dies auch als Erfahrungsort gemeint ist. Ich stimme Ihnen übrigens völlig zu: in den wenigsten Fällen wird wirklich überprüft, welche Wirksamkeit Vermittlungsangebote haben. Wenn man nämlich tatsächlich bemüht wäre, das zu evaluieren, dann wäre man sicherlich sehr überrascht über die Ergebnisse.
          Das Tweetup, in das Sie hineingeraten sind, hat einen Kardinalsfehler begangen. Es ist völlig kontraproduktiv, Twitterer und Nicht-Twitterer in einer Veranstaltung zusammenzubringen. Das schon mal als Erstes. Weiter ist es der falsche Ansatz, beim Tweetup auf eine reine Führung zu setzen! Deswegen ist bei vielen Tweetups das Resumée: ganz nett, aber irgendwie unbefriedigend! Gut, der soziale Aspekt des Tweetup, das Treffen Gleichgesinnter und der Aufbau von Beziehungen zu einer neuen Zielgruppe sollten nicht unerwähnt bleiben. Aber mich als Vermittlungsexpertin beschäftigt die Frage nach relevanten Formaten, in denen sich das Museum und der digitale Raum in gewinnbringender Weise miteinander verbinden. Hier ist sicher noch eine Menge Diskussionsbedarf. Ich freue mich über jedes Gesprächsangebot in diese Richtung uns sende herzliche Grüße!!!

          1. Liebe Frau von Heyl,
            ich freue mich, dass Sie die Widersprüche genau so beurteilen wie ich. Ich sitze zur Zeit an einem Vorrag zum Thema im November auf der Senckenberg-Babel-Tagung.
            Es geht mir weiterhin um die Frage was ein Museum will – was sehr unterschiedlich sein kann. Leider erscheint es mir so, dass es oft nicht eindeutig formuliert wird, sondern man sich gerne Moden überlässt und dazu neigt, der MacDonaldisierung entgegen zu arbeiten. Ich bin auf die Publikation der Tweetup-Fans gespannt, ob dort inhaltliche Essenzen eine Rolle spielen werden. Und ich würde mich freuen, mich weiter mit Ihnen darüber auszutauschen. Aber muss dies immer auf der Website geschehen?
            Einen schönen Abend und viele Grüsse

    1. Hallo Barb,

      ja, man kann viel übertragen und für die eigenen Zwecke anpassen. Ich schaue mich selber auch immer in anderen Bereichen um und schaue, ob ich etwas Neues entdecke. Es ist ja auch keine Führung wie die andere. Man muss sich ja immer wieder neu auf das Publikum einstellen und da hilft es, wenn man ein möglichst großes Repertoire zur Verfügung hat.

      Viele Grüße
      Anke

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